Agnolo Gaddi (c. 1350–1396)
Photo credit: © Copyright 2026 by KOLLER Auktionen, Zurich, Switzerland
IMPORTANT NOTICE: As this Italian gold-ground panel painting moves through the current auction cycle, I have compiled this overview. The following summary brings together currently known information (no guarantee of correctness) about this work. Always perform your own research and due diligence before bidding.
Auction date: September 18, 2026
KOLLER Auktionen, Zurich 🇨🇭
Attribution: Agnolo Gaddi (c. 1350–1396)
Title: Saint Elizabeth of Thuringia with roses
School / Location: Florentine school / Florence
Date: c. 1380–1396, late14th century
Depiction: Saint Elizabeth of Thuringia
Technique: Tempera and gold ground on panel
Frame: Golden original frame
Dimensions: 23 × 21 cm
Catalogo Fototeca Zeri: Entry number 1966 as “dipinto, santa, Gaddi Agnolo”
Provenance (Original text in German)
Wohl Sammlung Charles Loeser (1864–1928), Florenz.
Sammlung Dr. A. Steinheim, Amsterdam, um 1930.
Kunsthandel Heim-Gairac, Paris, um 1955.
Kunsthandel Pieter de Boer, Amsterdam.
Sammlung Loeff-Visser, Rotterdam, ab 1957 (zusammen mit einer weiteren Tafel mit Antonius von Padua aus dem selben Altarkomplex von Agnolo Gaddi).
Europäische Sammlung
Literature
Federico Zeri: Italian Paintings. A Catalogue of the Collection of The Metropolitan Museum of Art. Florentine School, New York 1971, S. 48–49.
KOLLER Auktionen
Mit einer kunsthistorischen Analyse von Prof. Gaudenz Freuler, Juli 2026.
“Die vorliegende kleine Tafel mit der Darstellung der Heiligen Elisabeth von Thüringen gehörte mit grosser Wahrscheinlichkeit zur Predella eines heute verschollenen Altarwerks von Agnolo Gaddi. Obwohl dessen Haupttafeln bislang nicht identifiziert werden konnten, lassen sich mindestens zwei weitere, stilistisch und technisch eng verwandte Predellentafeln demselben Werkzusammenhang zuordnen. Es handelt sich dabei um eine Darstellung des Heiligen Antonius von Padua, die 2023 im Rotterdamer Kunsthandel auftauchte, sowie um eine Tafel mit der Heiligen Margareta von Antiochien im Metropolitan Museum of Art, New York (Inv.-Nr. 41.190.23).
Die drei Täfelchen stimmen in Massen, Ausführung und insbesondere den punzierten Bordüren vollständig überein und gehörten wohl ursprünglich zu einem einzigen Altarwerk. Aufgrund ihres Formats dienten sie vermutlich in der Predella als äussere Eckelemente sowie als Abschluss beziehungsweise Basis der seitlichen Pilaster. Die Ikonographie liefert dabei wichtige Hinweise auf den ursprünglichen Bestimmungsort des Retabels. Die Darstellung der für den Franziskanerorden bedeutenden Heiligen Elisabeth von Thüringen und Antonius von Padua sowie der Heiligen Margareta von Antiochien spricht für einen Altar in einer franziskanischen Kirche. Noch wahrscheinlicher ist jedoch eine Herkunft aus einer Klarissenkirche, da mit Elisabeth und Margareta zwei weibliche Heilige besonders hervorgehoben werden.
Die Zuschreibung an Agnolo Gaddi wird durch stilistische und historische Argumente gestützt. Als Sohn und Schüler Taddeo Gaddis (1290–1366), des bedeutendsten Nachfolgers Giottos (1267–1337), war er eng mit dem Franziskanerorden und der Kirche Santa Croce in Florenz verbunden. Dort schuf er unter anderem den Freskenzyklus der Kreuzauffindung in der Chorkapelle sowie jenen der Cappella Castellani.
Agnolo Gaddi war ein bedeutender Vertreter der florentinischen Spätgotik. Er führte das Erbe Giottos über Taddeo Gaddi fort und entwickelte den giottesken Stil mit hellerem Kolorit, feinerer Linienführung und eleganter spätgotischer Bewegtheit weiter. Diese Entwicklung erreichte später in den Werken seines Schülers Lorenzo Monaco (um 1370–1425) ihren Höhepunkt.
Die drei hier behandelten Predellentafeln spiegeln Agnolos Spätstil in exemplarischer Weise wider. Die fein modulierte Zeichnung, die vereinfachte, zugleich verfeinerte Formensprache sowie die zarten Pastelltöne sprechen für eine Entstehung in den frühen 1390er-Jahren. Charakteristisch für Agnolos reifes Schaffen ist jene Verbindung von monumentaler, auf Giotto zurückgehender Bildauffassung mit einer eleganten, erzählerischen und anmutenden Stimmung, in der sich zugleich der dekorative Einfluss der sienesischen Malerei widerspiegelt.
Wir danken Prof. Gaudenz Freuler für die wissenschaftliche Unterstützung bei der Katalogisierung dieses Loses.”
Estimate:
CHF 40.000 / 60.000
EUR 41.240 / 61.860
Website: kollerauktionen.ch
Agnolo Gaddi
He was born and died in Florence, and was the son of the painter Taddeo Gaddi, who was himself the major pupil of the Florentine master Giotto. Agnolo was a painter and mosaicist, trained by his father, and a merchant as well; in middle age he settled down to commercial life in Venice, and he added greatly to the family wealth. He died in Florence in October 1396. The Fondazione Federico Zeri provides the most comprehensive database available for Italian art of this era and from this master. The Federico Zeri Catalogue lists 135 unique works (see list 🔗) under Agnolo Gaddi.
Wikipedia 🔗 - Grokipedia 🔗 - Wikimedia Commons 🔗