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Sienesische Malerei

Giulietta Chelazzi Dini, Alessandro Angelini, Bernardina Sani

Titel der italienischen Originalausgabe: Pittura Senese

DuMont Verlag Köln, 1996, 440 Seiten, Gebunden mit Schuber, ISBN: 9783770141586

Nicht nur die italienischen Kunstzentren Florenz, Rom und Venedig dürfen sich einer an Produktivität und Einfluß überaus reichen Vergangenheit rühmen, auch die Stadt Siena hat immense kulturelle Reichtümer zu bieten.

Seit der Mitte des 12. Jahrhunderts Republik, entfaltete Siena in der Folge einer günstigen politischen Entwicklung und wirtschaftlicher Prosperität im 13. Jahrhundert eine einzigartige Blüte der Künste. Etwa hundert Jahre lang war die Stadt eines der wichtigsten künstlerischen Zentren in Europa. Hier malte Duccio di Buoninsegna für den Dom seine berühmte Maestà, die Brüder Lorenzetti entwickelten perspektivische Darstellungen und Raumillusion, Simone Martini schuf mit seiner Verkündigung die Grundlage für den Internationalen Stil der Gotik.

Bedeutender Auftraggeber in Siena war die Verwaltung der Stadt, der beispielsweise die Freskenzyklen mit der Allegorie des Guten und Schlechten Regiments im Palazzo Pubblico zu verdanken sind, die heute zu den am meisten besuchten Kunstwerken in Europa gehören. Die sienesischen Künstler erhielten darüber hinaus auch Aufträge außerhalb der Stadt; so war etwa Simone Martini in Neapel, Pisa, Orvieto und Assisi tätig, bevor er an den päpstlichen Hof nach Avignon berufen wurde. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts war der Ruhm der Sienesen so weit gedrungen, daß sogar Künstler aus dem Norden nach Siena kamen, um die vielgerühmten Meisterwerke kennenzulernen, so die Brüder von Limburg.

Der üppig ausgestattete Band zeichnet die Entwicklung der sienesischen Malerei von den Anfängen im 13. Jahrhundert bis in das 17. Jahrhundert nach. Die in hervorragender Druckqualität reproduzierten Farbabbildungen sowie die zahlreichen Detailaufnahmen der Kunstwerke bieten eine einmalige Zusammenschau der gesamten sienesischen Schule, deren Werke heute in den großen Museen in aller Welt zu sehen sind.

Giulietta Chelazzi Dini promovierte bei Roberto Longhi und ist heute Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Florenz. Ihre Veröffentlichungen beschäftigen sich u. a. mit dem Werk von Jacopo della Quercia, Duccio di Buoninsegna und Simone Martini.

Alessandro Angelini hat sich als Spezialist für die Malerei der Spätgotik und der Renaissance in Siena und Florenz einen Namen gemacht. Das Schaffen von Ghirlandaio, Paolo Uccello und Domenico Beccafumi bildet einen Schwerpunkt seiner Publikationen.

Bernardina Sani lehrt Kunstgeschichte an der Universität Siena. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Bildhauerei und Malerei vom späten 16. bis ins 20. Jahrhundert.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Die Malerei in Siena zwischen 1250 und 1450

Giulietta Chelazzi Dini

Die künstlerische Situation in Siena während der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts

Guido da Siena und die byzantinische Tradition - Ein cimabuesker Kontext in Siena: Rinaldo da Siena, Dietisalvi di Speme, Guido di Graziano

Die sienesische Malerei in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts

Duccio di Buoninsegna - Duccios erster Schüler: der Meister von Badia a Isola - Duccios Werkstatt: Segna di Buonaventura, der Maestro di Città di Castello, Ugolino di Nerio - Die Maestà im Dom zu Siena - Simone Martini - Simone Martini in Avignon (1336-1344) - Die Werkstatt Simone Martinis: der Meister des Palazzo Venezia, der Meister der Madonna Straus, Naddo Ceccarelli - Die Familie Memmi und das Problem Barna - Der Meister der rebellierenden Engels: Simone Martini? - Der Meister der Täfelchen von Aix - Matteo Giovannetti: ein italienischer Maler am Hof von Avignon - Pietro Lorenzetti - Ambrogio Lorenzetti - Beziehungen zwischen Malerei und Goldschmiedekunst im Trecento

Die sogenannte Krise der Jahrhundertmitte (1348-1390)

Die spätgotische Malerei in Siena

Das Quattrocento. Das Terrain der Schattenrenaissance

Die zweite Hälfte des Quattrocento

Alessandro Angelini

Maler, Werkstätten, Gemeinschaftsarbeiten in der zweiten Jahrhunderthälfte

Die Baustelle des Baptisteriums San Giovanni - Pius II., Siena und Pienza - Liberale da Verona und Girolamo da Cremona in Siena - Die Werkstatt Francesco di Giorgios - Die Malerei in Siena gegen Ende des 15. Jahrhunderts

Die sienesische Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts

Bernardina Sani

Vom »weichen« Klassizismus zur »modernen Manier«

Die Bibliothek Piccolomini: eine »camera picta« für den humanistischen Papst - Lichteffekte und Seelenregungen in der Malerei Sodomas - Die »Magnifizenz« Pandolfo Petrucci - Girolamo Genga in Siena: ein Künstler zwischen Signorelli und Raffael - Das Debüt Baldassarre Peruzzis

Siena und die moderne Manier

Das Beispiel Raffael - Die künstlerische Entwicklung Domenico Beccafumis - Das Oratorium San Bernardino - Beccafumis reife Schaffenszeit - Nach dem Sacco di Roma - Domenico Beccafumi und die Verbreitung der »Manier«

Die Manieristen der zweiten Generation

Die Akademie im Palazzo Agostini und die neue Sakralmalerei

Der Palast und die Villa von Ippolito Agostini - Alessandro Casolani - Pietro Sorri - Francesco Vanni

Die Malerei nach der Natur

Giulio Mancini und die Erneuerung der sienesischen Malerei - Rutilio Manetti - Francesco Rustici - Ein Blick auf den Klassizismus - Die Genremalerei und Astolfo Petrazzi - An der Schwelle zum Barock: Niccolò Tornioli - Bernardino Mei

Anhang

Bibliographie

Register