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Fondo Oro

Goldgrund in der italienischen Malerei vom Mittelalter bis zur Renaissance

English, German, Dutch and Spanish translations

SCALA Group, 2011, 320 pages, Hardcover, ISBN: 9788887090819

Gold hat immer eine symbolische Bedeutung, egal in welchem Zusammenhang es verwendet wird. Es dient nicht zur Darstellung der Realität. Jedes Mal, wenn ein Künstler dieses Material anwendet, das besonders wertvoll ist, da es nicht als Pigment, sondern in dünnen, äußerst kostbaren Blättern aufgetragen wird, beabsichtigt er, auf etwas Anderes, Fernes, Unerreichbares anzuspielen. Der Goldgrund stellt den Himmel dar, die himmlische Sphäre des Heiligen, aus welcher der Christus der Mosaiken romanischer Epoche als Weltenrichter erscheint. Gold ist unerlässlich in der Darstellung der Heiligenscheine; mit Relief dekoriert verleihen diese den Altarbildern Duccios und der Meister des 13. und 14. Jahrhunderts mit ihrem Detailreichtum eine Aura der Kostbarkeit und Erlesenheit, die auf eine andere bewunderns- und anbetungswürdige Realität verweist. Die Anwendung von Gold und das nachdrückliche Beharren auf Verzierungen und Juwelen erklären sich in Verbindung mit der regen Goldschmiedekunst der Werkstätten des 14. und 15. Jahrhunderts, eine Welt, in die uns das Buch von der Kunst Cennino Cenninis einführt; es enthält eine Synthese der von den toskanischen Meistern erreichten technischen Fähigkeiten und beschreibt die Phasen der Vergoldung. Es ist vor allem diese in den Werkstätten überlieferte Kunstfertigkeit, die den Werken aus dem 14. und 15. Jahrhundert und später den Künstlern der frühen Renaissance, zusammen mit den Materialien, Kontinuität verleiht (durch die für die höfische Gotik typische Kostbarkeit). Gentile da Fabriano, Beato Angelico und Masaccio wenden dieselben Techniken Cenninis für die Vorbereitung und Dekoration ihrer Tafeln an.

Das Verschwinden des Goldgrunds aus der Kunst des 15. Jahrhunderts wird oft als eine Errungenschaft im Zuge der Entdeckung der Ölmalerei betrachtet und bereitet den Weg für die Horizonte der nordischen Landschaften, in denen der Mensch und nicht mehr das Geistliche im Mittelpunkt steht. Dennoch überlebt der Goldgrund das gesamte Jahrhundert, in einigen Fällen fast wie eine verborgene Strömung, jedoch mit entscheidenden Auswirkungen auf die Entwicklung vieler Künstler, die heutzutage als wahre Ikonen der Renaissance betrachtet werden, angefangen von Piero della Francesca bis hin zu Andrea Mantegna.

Die konstante Anwendung von Gold zur Darstellung bestimmter symbolischer Inhalte stelle das Element der Kontinuität dar; das Gold der Geburt Christi Botticellis und die Himmelskalotte einer romanischen Apsis erstrahlen erneut in ihrem symbolischen und sakralen Wert.

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Die goldenen Himmelssphären in Mosaiken

Cimabue, Giotto und die Giottesken

Duccio und die Sienesische Schule

Nord- und Mittelitalien im 14. Jahrhundert

Die Spätgotik des 14. und 15. Jahrhunderts

Die Renaissance