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Das Maestà-Bild in der Sieneser Malerei des Trecento

unter besonderer Berücksichtigung der Darstellung im Palazzo Comunale von San Gimignano

Helmut Philipp Riedl

Wasmuth, 1991

106 pages, Hardcover, ISBN-13: 9783803040138

Der vorliegende Band bietet die erste Gesamtschau der Siena - und der sienesischen Kunstlandschaft - ganz eigenen querformatigen Bildfindung einer Madonna in trono mit zahlreichen Assistenzfiguren. Dabei werden eingehend die typenbildende, Urfassung' Duccio di Boninsegnas für den Hochaltar des Sieneser Doms einschließlich ihrer gesellschaftlichen, ikonographischen und formalen Voraussetzungen sowie die Maestà Simone Martinis für den Palzazzo Pubblico untersucht. Zur Stilanalyse dieser Themenwiederholung Simones an profanem Ort - dem Schaltzentrum Sieneser Macht - tritt wieder die ikonographisch/ikonologische Fragestellung, die die Maestà deutlicher als bisher aufgezeigt als Staatsbild Sienas, der Civitas Virginis, hervortreten läßt. Lippo Memmis neuerliche Bildrezeption im Ratssaal eines von Siena unabhängigen Stadtstaates, wie es San Gimignano zu Beginn des 14. Jahrhunderts ist, läuft dieser Interpretation nur scheinbar zuwider. Lippos Adaption auch der im Palazzo Pubblico gebrauchten Formensprache, wobei der Autor die Bezeichnung, Kopie' nicht gelten läßt, bestätigt hingegen im Verein mit den Umständen des Freskoauftrages, wie sie eine erstmals ausgewertete zeitgenössische Chronik San Gimignanos gibt, die Bewertung des Maestà-Bildes als ganz sienesische Selbstrepräsentation, die nur unter besonderen Vorzeichen nach außen dringt. Zahlreiche Detailaufnahmen zu den Maestàs Duccio di Boninsegnas und Simone Martinis sowie die bis dato wohl umfassendste Photodokumentation derjenigen Lippo Memmis geben Forschung und Lehre reiches Arbeitsmaterial an die Hand; eine Vielzahl von Vergleichsabbildungen macht das Buch gleichzeitig zu einer wertvollen Einführung in die Frühzeit italienischer Malerei insgesamt.